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Abmessungen japanischer Drucke

Name Maße in cm  Maße in Zoll    Kommentare 
Oban 24,1 x 36,8 cm  9,5" x 14,5"  Ein halbes Blatt Papier (Hoshon). Oban tate-e wird vertikal gedruckt, Oban yoko-e horizontal.
Dai oban  30,5 x 42,0 cm  12" x 16,5"  Auch „Großer Oban“ genannt
Doppelter Oban 38,0 x 51,0 cm  15" x 20"  Vollständiges Hosho-Papierblatt
Aiban 34,2 x 22,5 cm  9" x 13"  Ein halbes Blatt Hosho-Papier. Zwischen Oban und Chuban.
Chuban 19,0 x 26,0 cm  7,5" x 10"  Halbes Oban, 1/4 Blatt Hosho-Papier
Koban  12,7 x 19,0 cm  5" x 7,5"  Halber Chuban, 1/8 Blatt Hosho-Papier
Yatsugiri  9,5 x 12,7 cm  3,75" x 5"  Halbes Koban. Postkartengröße. 1/16 Hosho-Papierbogen
Tanzaku  43,0 x 12,7 cm  17" x 5"  Schmale Hochformatigkeit, verwendet für Kalligrafie und Säulendruck
Chu-Tanzaku  38,0 x 13,0 cm  15" x 5,1"  Sehr schmal, ähnlich wie Hosoban.
Nagaoban  50,0 x 22,0 cm  19,7" x 8,7"  Format für großformatige Tier- und Pflanzenabdrücke
Hosoban  33,0 x 14,5 cm  13" x 5,7"  Format für kleine Tier- und Pflanzenabdrücke
Shikishiban  18,2 x 21,2 cm  7,1" x 8,3"  Auch Kukuban genannt. Quadratisch, oft für Fächerdrucke verwendet.
Hashira-e  73,0 x 12,0 cm  28,7" x 4,7"  Schmale Hochformatigkeit, verwendet für Kalligrafie und Säulendruck
Kakemono-e 76,5 x 23,0 cm  30,1" x 9,1"  Schmale, vertikale Form, verwendet für Schriftrollen.


Erstellung eines japanischen Drucks

Die Herstellung japanischer Drucke ist ein komplexer Prozess. Der Künstler fertigt zunächst eine schwarz-weiße Tuschezeichnung an, die manchmal von einer Skizze oder einem Aquarell inspiriert ist. Diese Zeichnung wird auf dünnes, festes Papier kopiert, welches anschließend mit Reiskleister auf einen Holzblock geklebt wird, wobei die Zeichnung direkt auf dem Holz aufliegt. Häufig wird Bergkirsche verwendet, die wegen ihrer feinen Maserung geschätzt wird. Der Block mit dem Papier wird zum Trocknen gelassen, damit das Papier straff auf dem Holz aufliegt.

Der Schnitzer entfernt anschließend mit Schnitzmessern die weißen Stellen des Papiers und erzeugt so das Relief auf dem Block, zerstört dabei aber die Originalzeichnung. Der gravierte Block (der sogenannte „Schlüsselblock“) wird dann schwarz eingefärbt und gedruckt, um nahezu perfekte Kopien der Originalzeichnung herzustellen. Der Schlüsselblock dient auch zur Farbangabe.

Diese Probedrucke werden dann auf neue Holzblöcke geklebt, die ebenfalls graviert werden, sodass die zu kolorierenden Bereiche des Motivs in einer bestimmten Farbe erhaben erscheinen. Jeder Block druckt eine Farbe im endgültigen Bild. Dies sind die „Farbblöcke“. Für komplexere Drucke, wie beispielsweise ein Moskitonetz, werden zwei Blöcke angefertigt: einer mit horizontalen und einer mit vertikalen Linien. Die beiden Drucke werden nacheinander erstellt. Dies ist dank Passermarken (Kento) und einer L-förmigen Schablone (Kagi) in einer Ecke jedes Blocks möglich. Diese Markierungen ermöglichen die präzise Positionierung des Papiers auf allen Blöcken und gewährleisten so einen perfekten Farbauftrag .

Sobald alle Druckplatten (einschließlich derer mit Siegeln, Signaturen und Datumsangaben) geschnitzt sind, werden sie an die Druckerei geschickt. Das zuvor grundierte Papier wird mit dem optimalen Feuchtigkeitsgehalt vorbereitet, damit die Farben gut eindringen können. Die Papierqualität trägt maßgeblich zum endgültigen Erscheinungsbild des Drucks bei. Das beste Hosho-Papier gibt es in drei verschiedenen Körnungen, von weich bis steif, und mit möglichst wenigen Verunreinigungen.

Der Drucker trägt ein Pigment auf den Druckstock auf. Die Farbe wird übertragen, indem das Papier mithilfe eines Bambuskordelkissens, dem sogenannten Baren, über den eingefärbten Druckstock gerieben wird. Der Drucker beginnt mit hellen, dann mit dunklen Farben und erzeugt durch unterschiedliche Auftragetechniken des Barens Farbabstufungen und Oberflächeneffekte. Farbabstufungen lassen sich auch erzielen, indem man etwas Wasser auf den Druckstock gibt, um das Pigment zu verdünnen, das Papier auflegt und anschließend den Baren verwendet. Dieser Vorgang kann mehrmals wiederholt werden, bis das gewünschte Ergebnis erreicht ist.

Die geprägten „Karazuri“-Drucke entstehen ohne Farbe durch Pressen des Baren (Papiers) an den gewünschten Stellen, um dreidimensionale Effekte zu erzielen. Für glänzende Effekte kann das Papier umgedreht werden, sodass die Pigmente nach oben zeigen, und anschließend gerieben werden. Um beispielsweise den charakteristischen Satin-Effekt von Geisha-Haar zu erzielen, sind mindestens drei Reibevorgänge erforderlich.

Der fertige Druck entsteht durch die Überlagerung all dieser verschiedenen Druckschichten auf dem Papier. Ein wesentliches Merkmal der japanischen Drucktechnik ist daher, dass jedes vom Künstler überwachte Exemplar, das von den Druckstöcken gedruckt wurde, ein Original ist.