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Onchi Kôshirô (1891 - 1955)

Onchi Kōshirō entstammte der japanischen Oberschicht: Sein Vater war Erzieher dreier junger Prinzen, die später die Töchter des Meiji-Kaisers heiraten sollten. Takehisa Yumeji ermutigte ihn, 1909 die Kunsthochschule Tokio zu besuchen. Erneut durch Yumejis Vermittlung erhielt er 1911 eine Anstellung als Buchgestalter. Zusammen mit Kyōkichi Tanaka und Shizuo Fujimori gründete er die monatliche Zeitschrift „Tsukubae“, die sich Lyrik und Druckgrafik widmete. Von da an nahm seine Karriere rasant Fahrt auf: Er wurde einer der bedeutendsten Sōsaku-Hanga-Künstler des 20. Jahrhunderts, übte einen tiefgreifenden Einfluss auf andere Künstler aus (er war die treibende Kraft hinter der 1939 gegründeten Ichimokukai, der „Ersten Donnerstag-Gesellschaft“, einem monatlichen Treffen von Hanga-Künstlern) und entwickelte einen unverwechselbaren Stil. Neben Aktstudien ist er vor allem für seine abstrakten Werke bekannt. Im Westen wird sein tiefgreifender Einfluss auf das japanische Buchdesign oft übersehen: Er entwarf im Laufe seines Lebens rund 2000 Bücher – von den Umschlägen über den Text bis hin zum Layout. Er setzte persönlich Maßstäbe für exzellentes japanisches Grafikdesign. Man sagt, er habe seinen letzten Buchumschlag wenige Tage vor seinem Tod entworfen.