Nach der Organisation von Straßenprotesten begann Jo Bradley mit dem Drucken. Ihre wöchentlichen Aktionen umfassten handbemalte Plakate in Neonfarben, aufblasbare Anzüge und eine Vielzahl überdimensionaler Emoticons und Emojis. Digitale Kunst für soziale Medien mag zwar Aufmerksamkeit erregen, hat aber keinen intrinsischen Wert, wenn die Leute einfach daran vorbeiscrollen. Jos Drucke hingegen sind vergänglicher und regen dazu an, über den Wert des Protests und den Wert illustrierter, bedrohter Tiere nachzudenken, denen im Rahmen von Biodiversitätshandelsprogrammen nun ein Geldwert zugeschrieben wird.
Jo, die zwei Kinder allein großzog und 13 Jahre lang in prekären Wohnverhältnissen unterhalb der australischen Armutsgrenze lebte, hat eine Leidenschaft dafür entwickelt, sich für Tiere einzusetzen, die durch menschliche Gier ihren Lebensraum verlieren. Australien hält den Weltrekord für das Aussterben von Säugetierarten und die größte Landrodung. Politiker haben versprochen, „keine neuen Aussterben mehr“ zuzulassen, und diese Drucke sollen als kleine Mahnung dienen.
Jo hat festgestellt, dass die eingravierten Linien eine besondere Anziehungskraft besitzen, die es schwer macht, einen Druck aus der Hand zu legen. Die Drucke können mit breiten Rändern angefertigt werden, in denen Fußnoten zur Erläuterung von Sachverhalten eingefügt werden können. Einige Drucke enthalten zudem ein Notizblatt und eine Schutzhülle, um weiteren Kontext zu bieten. Die Drucke sind für Politiker und andere Entscheidungsträger bestimmt, die sie anschließend behalten oder ausstellen können.
Die Drucke entstehen in Zusammenarbeit mit Tom Kristensen, der seine Fähigkeiten im Holzschnitt einbringt und damit die Linolschnitte von Jo ergänzt.
Zu den Werken gehören: Koala-Junges; Honigfresser; Purpurroter Kupferfalter; Pfeilschwanzkrebs; Riesengleitbeutler; Grüner und Goldener Glockenfrosch; Riesenkauz. Alle Drucke sind handgefertigt; handgeschnitzt und mit einem traditionellen Baren auf handgeschöpftem japanischem Washi gedruckt.
Die Zusammenarbeit wird mit einem Siegel in Form eines Doppeldolches gekennzeichnet – eine typografische Fußnote, die auch das Ende symbolisiert.